Bei Pflicht fällt mir immer der junge Mann aus einem Werbespot von der GEZ ein, “Es ist einfach Pflicht“ sagte er da in einem anderen Zusammenhang.
Pflicht, in Verbindung mit Wahlen, erinnert irgendwie an vergangene Zeiten.
Zeiten, die je länger sie der Vergangenheit angehören, ständig neu interpretiert werden. Manches erscheint uns gar nicht mehr so provinziell oder nennen wir es beim Namen, sozialistisch. Manches, wer hätte das noch vor etlichen Jahren für möglich gehalten, erfährt eine Wiederauferstehung. Nur wird bei diesen „Wiederauferstehungen“ in den meisten Fällen unterschlagen, dass wir es hier mit Errungenschaften zu tun haben, die in einer anderen Staatsform als der gegenwärtigen, ihre Sinnhaftigkeit längst unter Beweis gestellt haben.
Wir erleben gerade, wie das kapitalistische System in seine bisher schwerste Krise geraten ist. Unverantwortliches Zocken mit Geldern von zu vertrauensvollen Bürgern, Anlegern, und zu allem Übel auch Steuergeldern, zeigen auf, wo auch dieses System seine Grenzen hat.
An die abgewickelte DDR Volkswirtschaft können wir uns alle noch sehr gut erinnern. Hier haben ganz andere Faktoren ein Rolle gespielt. Der Niedergang der kommunistischen Systeme wirkte wie ein Turbolader und ließ der schon sehr anfälligen DDR-Wirtschaft keine Chance. Das „Überstülpen“ des Systems BRD war eine gewollte Folgerung, ob die einzig richtige? Wer kann das heute wirklich beurteilen?
Mit schöner Regelmäßigkeit werden wir, der Souverän, aufgerufen offensichtliche Fehlentwicklungen dahingehend zu korrigieren, indem wir Gemeinden, Kreise und Länder mit besseren, effektiveren Parteien und Personen besetzen sollen.
Das war nach diesem unsäglichen Krieg der Grundgedanke, den die Verfasser unseres Grundgesetzes im Auge hatten.
Was sie zu der damaligen Zeit nicht wissen konnten ist:“ Wahl“ !!!!, Haben wir die heute noch? Eventuell zwischen Teufel und Belzebub, so stellt es sich zumindest auf Bundes/ Länderebene dar. Ein Hauen und Stechen um Positionen und Posten hat eingesetzt .Das“ Blaue vom Himmel“ wird dem überforderten Wähler versprochen. Gehalten…..werden die Versprechungen nach den Wahlen meistens nicht.
Gehalten? Stellt sich nicht da eine grundsätzliche Frage? Können unsere Politiker Versprechen halten? Wird nicht ohnehin das Meiste an ganz anderen Orten entschieden? Sind die zur Zeit existierenden Strukturen eigentlich noch zeitgemäß? Sponsern wir Steuerzahler Institutionen mit exorbitanten Summen, die ihre Berechtigung schon lange verloren haben?
Anders, ganz anders stellt sich die Situation auf Gemeindeebene dar. Hier spielen Parteien eine untergeordnete Rolle, also handelt es sich mehr um eine Personenwahl.
Die zu wählenden Kandidaten sind weitgehend in der Gemeinde bekannt. Zum größten Teil sind die gleichen - oder zumindest ähnlichen - Biografien vorhanden.
Sandkasten, Kindergarten ,Schule, (Schnupptüchel ,Blauhemd) eine ähnlich verlaufende Berufsausbildung, gemeinsame Erfahrungen bei der NVA, die jüngeren bei der Bundeswehr, alles das verschafft ein vertrauensvolleres Verhältnis.
Der finanzielle Spielraum ist eine feste Größe. Die zu lösenden Probleme halten sich in einem überschaubaren Rahmen. Gemeinderätliche Fehlleistungen erfahren umgehend eine Reflektion bei den in jeder Gemeinderatssitzung anberaumten Bürgeranfragen. (So sollte es sein)
Ein demokratischer Mikrokosmos. Im Gegensatz zu den übergeordneten Ebenen ist man hier weitgehend ehrenamtlich tätig. Somit entfallen Begehrlichkeiten, die fast immer auch einen finanziellen Hintergrund haben..
„Es ist einfach Pflicht“, das war es doch, was der Mann von der GEZ gesagt hat, als es um die Beitragsgebühren fürs Fernsehen ging.
Für die Wahlen würde ich gern noch eins draufsetzen. Pflicht?……wenn nicht das, dann doch wenigstens „Verpflichtung“.
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Kommentare | 26 bis 35 von 35 Kommentieren
10.05.2009 | 19.07 Uhr | dr.lach F- 1
 
es waere an der Zeit, dem Nahen Osten eine zweite Demokratie nach dem Vorbild des Westens ! verpassen zu muessen. Tja. Irren ist menschlich. Aber: Was nicht ist, kann ja durchaus noch was werden? Die Hoffnung stirbt zuletzt.
 
Um beim Thema zu bleiben: Im Falle der "Uebernahme" der DDR durch die BRD blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn es war, wenn wir ehrlich sind, niemand darauf vorbereitet.
 
Zu euren Wahlmoeglichkeiten kann ich nicht viel sagen, weil wir hier in Venezuela auch keine haben ;-))
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10.05.2009 | 19.00 Uhr | dr.lach "Unverantwortliches Zocken mit Geldern von zu vertrauensvollen Bürgern, Anlegern, und zu allem Übel auch Steuergeldern, zeigen auf, wo auch dieses System seine Grenzen hat."
 
Sehr richtig, unverantwortlich und habgierig. Ein System kann nur mit und an den Menschen scheitern, die es nicht richtig verstanden haben oder es einfach ausnutzen. Keine Waffe ist gefaehrlich, wenn sie von einem verantwortungsvollen Inhaber getragen und benutzt wird.
 

"Das „Überstülpen“ des Systems BRD war eine gewollte Folgerung, ob die einzig richtige? Wer kann das heute wirklich beurteilen?"
 
Sicherlich NICHT das einzig richtige System, aber eins, mit dem sich die BRD auskannte. Was sollte sie anderes anbieten?
Was 40 Jahre im Westen funktionierte, kann doch nicht schlecht sein?? So jedenfalls dachten die einfachen Hirne der Wessis.
Es kam mir so vor, wie der Ueberfall auf den Irak durch die Amerikaner und deren Vasallen, die in ihrem unerschuetterlichen Wahn glaubten, ........
F-
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10.05.2009 | 11.02 Uhr | Gohrisch @Malve
Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Schön, dass Du Stellung bezogen hast.
Da selbst im auslaufenden Gemeinderat, kenne ich den von Dir beschriebenen Typus.
Ignorieren oder Kraft der besseren Rhetorik an die Wand nageln.
Bis bald
Gohrisch.
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10.05.2009 | 09.55 Uhr | MALVE Alles stimmt; auch der Konflikt, die richtige Entscheidung zu treffen.
Das wird wohl mit Vertrauensverlust zu tun haben.
Hinzu kommt, das auf Erfahrungen mit aller Kraft eingeschlagen wird, bis der letzte Warner verstummt ist.
Es kann nicht sein, was nicht sein soll ...
 
Zur kommunalen Selbstverwaltung vertrete ich mit aller Kraft die bestehende demokratische Lehrmeinung.
Allerdings ist es sehr schwer, mit Stad-/Gemeinderäten, die wie Baby-Doll über den Dingen schweben, vernünftige Sacharbeit zu leisten.
Man hat sich wieder eingerichtet und bereits erneut vergessen, dass man das oberste Verwaltungsgremium der Kommune ist - inclusive Verantwortung ...
 
Der Bürger hat seine Rechte delegiert und verzichtet auf seine Einwirkungs- und Kontrollmöglichkeiten.
 
Auf dem Markt steht jede Woche die NPD.
 
Anstatt denen die Nahrung durch Ursachenbekämpfung und eine lebendige Demokratie zu nehmen, wird platter Aktionismus inszeniert.
 
Wir sollten doch früher aufstehen.
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10.05.2009 | 08.03 Uhr | Profil gelöscht Zum Föderalismus: Die Diskussion hatten wir schon mal. Vielleicht kann sich Escape noch erinnern (die kommt ja bekanntlich immer kurz nach mir, hi hi). Ich habe damals verkündet, dass der Föderalimus von den Siegermächten vorgeschrieben wurde, um die BRD nicht (wieder) so stark werden zu lassen!
 
Das Kompetenzgerangel war gewollt! Wir sollten machtberuhigt werden. Schwellen, Blumenkästen, zickzack! Nie wieder Erste Liga! Insofern wundere ich mich heute noch, dass unsere "Freunde" die Wiedervereinigung zugelassen haben. Und dann auch noch Berlin als Hauptstadt! Schöne breite Straßen (Dämme) für die Siegerparaden!!! Bonn war genau richtig!
 
Ob Dir das weiterhilft????
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10.05.2009 | 07.37 Uhr | Profil gelöscht "Mein Doktorfreund sagt immer: Viel Schlaf verlängert das Leben."
 
Ach, was Doktorfreunde und andere so sagen! Alte Leute frieren immer! Alte Leute brauchen immer weniger Schlaf! Ich habe das Gefühl, dass ich mich den Schlafgewohnheiten eines Babies nähere.
 
Ob wollen oder müssen, ist mir egal. Wie muss ich also die Zahl der Bundesländer reduzieren? Aber denk dran: Die Revolution muss von meinem Schreibtisch aus machbar sein!
 
Und wenn Du vorschlägst, erst mal im Herbst richtig zu wählen, dann frage ich immer noch: Wen denn? Ich hab doch schon alles ausprobiert.
 
Wie geht der Witz?
 
"Gulasch! Gulasch! Kannst du nicht mal was anderes kochen? Jeden Tag Gulasch!"- "Das versuche ich doch jeden Tag! Aber ich kann machen, was ich will. Es wird immer wieder Gulasch!"
 
Ich sehe nur eine Lösung: Ich muss den Lieben Gott ablösen! Sonst wird das alles nix!
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09.05.2009 | 11.18 Uhr | Gohrisch @Berlin
Toll...zu so früher Morgenstunde schon so fit. Ich stehe, seit ich es mir leisten kann, nicht vor 9 auf. Mein Doktorfreund sagt immer: Viel Schlaf verlängert das Leben.
Vielen Dank für den Link und im übrigen fühle ich mich geadelt.:)
Zu Deiner doch sehr, wenn auch ironischen, komplexen Frage: Was sollen wir tun? Die Gegenfrage: Was müssen wir tun?
Und hier fällt mir eine ganze Menge ein.
Reduzieren der Bundesländer um die Hälfte und zwar supito.
Die Frage die sich mir immer stellt ist: Was machen die eigentlich den ganzen Tag? Außer Problemchen zu Problemen aufbauschen.
Mehrheitswahlrecht, dakor
Aufheben des Fraktionszwanges und damit Stärkung des Parlamentes.
Rigoroses Entfernen jedweder, entbehrlicher Wasserköpfe. Von denen gibt es mittlerweile mehr als genug.
Du siehst, es gibt viel zu tun, packen wir es an.
Im übrigen, wenn Du nicht schlafen kannst, mir helfen immer 1-2 Bananen.
Schönes Wochenende
ab heute der K.Gohrisch.
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09.05.2009 | 04.46 Uhr | Profil gelöscht Morschen Gohrisch,
 
als intellektuellen Rückzugsort könnte ich Dir das anbieten.
 
Zu Deinem Beitrag fällt mir auf Anhieb nur der alte DDR-Witz ein, als wir Wessis dem Osten die Freiheit brachten: "Und was sollen wir jetzt tun???"
 
Sollte nicht der ganze Wahlkrampf verboten werden? Kostet ein Schweinegeld und bindet Arbeitskraft. Es gewinnt der Kandidat, der die meisten Luftballons oder Kugelschreiber verteilt!!!
 
Die wichtigsten Entscheidungen fallen doch bei der Verteilung der Wahlkreise und der Listenplätze.
 
Und Koalitionen sollten verboten werden. Die Partei mit den meisten Stimmen erhält 150 Sitze zusätzlich. Klare Verantwortlichkeiten! Die einen wollen nach rechts, die anderen nach links, also einigt man sich auf geradeaus. Die einen wollen 1%, die anderen 2%; also einigt man sich auf 3 %!
 
Also, Kolleesche Gohrisch, was schlägst Du vor? Was sollen wir tun?
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08.05.2009 | 22.00 Uhr | Gohrisch @Bunny
Jetzt bin ich aber mehr als erstaunt, was machst Du denn hier?
Mit viel Mühe dachte ich einen intellektuellen Rückzugsort gefunden zu haben und jetzt das.
Viele Grüße aus der Sächsischen Schweiz nach Troisdorf
Gohrisch.
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08.05.2009 | 21.24 Uhr | Bunny Urgh , GEZ , Zwang ;-)
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