Endlich frei ... ?
... hat keine Arbeit
"Sie sagen immer, dass Sie froh sind, sich hier ein wenig von ihrer Arbeit erholen zu können", begrüßte mich der Vogel gutgelaunt, noch bevor ich vom Rad steigen konnte.

"Heißt das, dass eure Arbeit müde macht? Ich kenne das aus der Zeit, als ich noch lange Strecken fliegen musste, um meine Beute zu verfolgen. Nach meiner Beobachtung habt ihr Menschen euch für alles Maschinen ausgedacht, die euch die Anstrengung abnehmen."
 
"Nun ja, das stimmt schon ... aber nach so einem Arbeitstag ist man trotzdem müde. Eher eine geistige Müdigkeit bei mir ... körperlich muss ich mich ja nicht anstrengen."
 
"Ich weiß, der Geist ist eure schwächste Stelle," entgegnete der Vogel trocken. Er wusste, dass er mich damit am meisten reizen konnte.
 
"Geistige Müdigkeit ... soll ich daraus schließen, dass Ihnen Ihre Arbeit keinen Spaß macht?"
 
"Nun ja, manchmal macht es Spaß ... aber irgendwann reicht es dann auch."
 
"Und Sie können nicht nach Hause gehen, wenn Sie keine Lust mehr haben?"
 
"Wo denken Sie hin? Ich werde dafür bezahlt, dass ich die volle Arbeitszeit an meinem Arbeitsplatz verbringe."
 
Ungläubig schaute der Vogel mich an.
 
"Unabhänging davon, wieviel Beute Sie angeschafft haben?"
 
"Das ist alles viel komplizierter, als Sie denken", begann ich, brach dann aber ab, weil es nicht einfach sein würde, das dem Vogel zu erklären ... außerdem war ich müde.
 
Zum Glück bohrte der Vogel nicht nach. Stattdessen sagte er versöhnlich:
 
"Ich verstehe zwar nicht, warum Sie auf Ihrem Jagdplatz bleiben müssen, wenn Sie schon genug Beute gemacht haben, aber das hängt wahrscheinlich mit Ihrer Besessenheit zusammen, Beute zu horten, auch solche, die unnütz ist, weil sie euch weder Fraß noch Schutz vor schlechtem Wetter oder den Feinden bietet. Und wohl auch mit Ihrer niedrigen Stellung in der Hierarchie. Auch bei anderen Herdentieren werden niederrangige Herdenmitglieder in Zucht gehalten.
 
Aber jetzt haben Sie doch Ihre Stunden gearbeitet und damit ihren Teil an der Beute gesichert ... und was tun Sie? Setzen sich auf ein Zweirad und kommen zu mir. Ist das keine Arbeit?"

 
"Die Bewegung tut mir gut, wenn ich den ganzen Tag im Büro gesessen habe."
 
"Klar, besonders wir Raubtiere -egal ob Mensch oder Vogel- brauchen Bewegung. Sie werden aber jetzt mit mir diskutieren, sich geistig anstrengen ... ist das keine Arbeit?"
 
"Arbeit?", verblüfft betrachtete ich den Vogel, der behaglich in seiner Voliere saß.
 
"Das mach ich doch zu meinem Vergnügen! Niemand hat es mir befohlen und ich werde auch nicht dafür bezahlt!"
 
"Ich blicke da nicht so ganz durch: Würde Ihr Ranghöherer Sie zu mir schicken und Sie bezahlen, wäre es Arbeit ... und so ist es Vergnügen?
 
Sie haben mir doch erzählt, dass Ihnen Ihre Arbeit manchmal Spaß macht. Wird das, was Spaß macht, als Vergnügen angesehen und von der Arbeit abgezogen?"

 
"Nein, das ist doch Arbeit, das muss gemacht werden", widersprach ich.
 
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. "Aha, Arbeit ist also eine Tatigkeit, die angeordnet wird ... wenn man sie sich selber anordnet, ist es ein Vergnügen. Wohl weil ihr dadurch das Gefühl habt, aus der Rangordnung ausgebrochen zu sein."
 
"Ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Es gibt sogenannte Selbstständige, die selbst entscheiden, was sie tun wollen. Wenn sie dabei etwas Nützliches schaffen, wird es ihnen bezahlt."
 
"Das ist doch das gleiche: Ihre Arbeit wird von der Herde nicht angeordnet, aber nachträglich akzeptiert.
 
Ich weiß aber immer noch nicht, ob ihr die Arbeit gerne macht und schätzt. Einerseits belohnt ihr sie, das ist auch richtig. Wer arbeitet, macht Beute und verausgabt seine Lebenskraft ... es soll aber auch Reiche geben, also Tiere, die von eigener und fremder Beute so viel gehortet haben, dass sie nicht mehr arbeiten müssen. Und die stehen bei euch sehr hoch in der Rangordnung."

 
"Auch viele Reiche arbeiten ... sehr intensiv sogar."
 
"Sie müssen es nicht, also ist es keine Arbeit, sondern ein Vergnügen.
 
Oder sie tun es, um noch mehr zu horten ... weil es ihren Rang erhöht. Das Gehortete, nicht die Arbeit.
 
Also schätzt ihr die Arbeit wohl doch nicht so hoch und ihr macht sie nicht gern.
 
Was würden Sie denn machen, wenn Sie reich wären? Würden Sie weiter in Ihr Büro gehen?"

 
"Ich weiß nicht ... wahrscheinlich würde ich mir eine Segeljacht kaufen und über die Meere segeln. Oder ... "
 
"Das kenn ich", unterbrach mich dier Vogel barsch. "Vor zweihundert Jahren hatte ich mein Jagdrevier an der See. Was die Menschen da auf den Segelschiffen machten, hat aber nach schwerer Arbeit ausgesehen. Manchmal sind Schiffe auch untergegangen und Menschen ertrunken."
 
"Ach damals ... da waren Segelschiffe noch Arbeitsschiffe."
 
"Sie müssen aber auf Ihrer Jacht die gleiche Arbeit tun, wie die Segler damals und sind den gleichen Gefahren ausgesetzt. Trotzdem soll das für Sie ein Vergnügenen sein?"
 
"Natürlich!"
 
"Natürlich", sagen Sie? "Wenn ihr euch mit Nutzen anstrengt, ist es Arbeit, und ihr tut es ungern. Dasselbe ohne Nutzen gilt bei euch als Vergnügen. Das ist nicht natürlich, das ist menschlich."
 

Der Text beruht auf einer Idee des Satirikers Gabriel Laub.
 
Das erste Gespräch mit dem Vogel.
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Kommentare | 1 bis 22 von 22 Kommentieren
02.07.2009 | 15.47 Uhr | jesus_vom_lazarett Was ist Arbeit im physikalischen Sinne eigentlich?
 
Kraft mal Weg.
 
Und weil ich immer den Weg des geringsten Widerstandes suche und finde, komme ich kaum zum arbeiten ;-)
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02.07.2009 | 15.30 Uhr | Steinfels Umgang und Erkenntnis bedürfen der näheren
Erläuterung. Ansonsten gibt es eine ganze
Reihe von Schnittmengen, die uns verbinden.
Richtig ist, daß die Probleme des Erdenballes
ständig zunehmen; sie hier aufzuzählen sprengt
die Debatte und dient nicht dem Thema.
Ob das System der Arbeit gesunden kann, ist
fraglich aber möglich. Alternativ wäre, das
Einkommen von der Arbeit abzukoppeln. Also
ein Recht auf bedingungsloses Grundeinkommen
nach dem Konzept von M.Miegel/K.Biedenkopf.
Dem Fakt der Beharrungskräfte schließe ich
mich voll und ganz an. Es geht schon weiter
so, obwohl es ein weiter so nicht mehr geben
darf. Die Politik ist gefordert, Regelsysteme auf-
zustellen, die dafür sorgen, daß die Finanzwirt-
schaft die Realität nicht verläßt, europaweit
wenn nicht gar weltweit.
Aber .. es lebe die Krise, in ihr macht Denken
wieder Spaß. Wenn alle zusammen lernen,
ist niemand der Dumme.
Wir müssen an die Kraft von Visionen glauben,
die an die Zukunft denkt.
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02.07.2009 | 08.37 Uhr | MALVE Man kann Zusammenhänge hier nur andeuten.
In einer pluralen Gesellschaft bleiben Gegenmeinungen nicht aus. Damit kann ich gut leben. Allerdings gibt es Schnittmengen in Umgang und Erkenntnis, die verbindend sein sollten.
Fakt ist, dass unser System der Arbeit krank ist.
Fakt ist, dass sich unsere Erde langsam mit Menschen und Problemen füllt.
Fakt ist, dass es enorme Beharrungskräfte gibt, die von allein keinen Einhalt gebieten.
Das System hat nach kurzem Verharren wieder Fahrt aufgenommen und fährt mit zunehmender Beschleunigung mit altem Kurs, möglicherweise uns alle vor die Wand.
Von unterschiedlichsten Positionen kommen Wissenschaften zu der Erkenntnis, dass ein neues Zeitalter sichtbar wird.
Wie diese Zeit aussieht, liegt an jedem Einzelnen.
 
Rechtsstaat, Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit, Anstand und Würde sind Kategorien, die sich unter Druck sehr schnell abnutzen. Tendenzen hierfür sind allgegenwärtig.
 
Dogmen sind hier wenig hilfreich.
Umdenken u. Diskussion tun Not.
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02.07.2009 | 00.13 Uhr | Steinfels Also... zuerst der Reihe nach. Warum so ver-
ächtlich ... Malve. Fehlen dir persönliche Er-
fahrungen von einer befriedigenden Arbeit
oder gibt dein Sachstandsbericht Erkenntnisse
deines Umfeldes wieder oder sind es gar
philosophische Betrachtungen.
Im allgemeinen heißt es doch, daß Arbeit
adelt. Der freie Mensch soll etwas leisten,
soll etwas geben, bevor er etwas von
anderen verlangt.
Das grundlegende Prinzip der Gegensei-
tigkeit und damit der Gerechtigkeit funk-
tioniert in einer Gemeinschaft freier In-
dividuen nur, wenn der produktive
Eigennutz genügend Raum hat und erst
dann in gesellschaftlich vernünftige
Bahnen gelenkt wird. Umverteilung hat
keine Zukunft.
Und dennoch vermittelt eine gute
Arbeit, egal ob Plattenleger oder Schrift-
steller ein Glücksgefühl.
Und Sonn- und Feiertage sollten wir uns
für die Muße freihalten, soweit es denn
möglich ist.
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01.07.2009 | 14.43 Uhr | MALVE Escape und Steinfels, ich beneidene Euch.
In der Erwerbsarbeit Freiheit zu finden und danach noch Muße zu haben, sind seltene Zustände.
Muße, Glück und Freiheit sind untrennbar miteinander verbunden.
Erwerbsarbeit ist heute restlos frei von Muße.
Die letzten beiden, die den idealen Job gekündigt haben, waren Adam und Eva.
Seitdem galt Arbeit Milliarden Menschen als Fluch.
 
Findige Köpfe haben die Sache allerdings sehr früh einer eigenartigen Verkehrung unterzogen, die zur materiellen Realität wurde.
Seitdem erscheint der Fluch der Arbeit als Segen, die Arbeitslosigkeit realisiert sich als Fluch.
Der Held der Arbeit zählte auch im Osten und war bereits vorab kapitalistische Doktrin.
Auch hatten die Arbeitslosen sehr früh den Neid der noch Arbeitenden auf sich gezogen, weil sie unter den Generalverdacht gestellt wurden, der allseits begehrten Muße nachzugehen.
Das Ergebnis waren Arbeitslager ... hört man nicht gern.
 
Hoffentlich verliert dieser perverse Mechanismus seine Kraft !!!
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27.06.2009 | 12.06 Uhr | Steinfels ... escapa ...auch ein Vogel ist nicht frei ......
aber Erwerbsarbeit gehört zur Freiheit.
Früher traf mich die Frage unerwartet ....
wie lange mußt du denn noch ?
Zuerst dachte ich an Krankengymnastik,
weil ich eine Fraktur am Fußhatte.
Nein ... weit gefehlt ... gemeint war die
Arbeit, so, als sei Arbeiten eine lästige
Pflicht. Wer gerne arbeitet ,fällt auf,
jammern ist aktuell.
Dabei gilt der aktive Mensch als Leitbild,
denn der tätige Mensch schafft in einer
guten gesellschaftlichen Ordnung die
geistigen und materiellen Werte, die das
Leben lebenswert machen.
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26.06.2009 | 13.47 Uhr | escape Bin am Montag zurück ... wünsche ein erholsamens Wochenende.
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26.06.2009 | 09.58 Uhr | MALVE Ich denke, Escape wollte im Wissen um die Zusammenhänge unser Interesse wecken. In meinem Fall ist ihr das durchaus gelungen.
 
Bei weiterer Interessiertheit sollte man zumindest eine Weile im Internet Selbststudium betreiben.
Dazu kann man als Suchoption, z.B. "abstrakte Arbeit ... und jeweils einen Begriff aus meinen losen Aufzählungen" eingeben.
Wem das zuviel ist, der suche zumindest "Freiheit deutsche Arbeit".
Man sollte die anerzogene Scheu überwinden, dort dem Marx zu begegnen - den kennt jeder Topmanager.
Es sollte auch nicht verwundern, dass dort Gewerkschaften, linke Institute, jüdische und Christliche Verbände in der Liste auftauchen.
Die Inhalte erklären selbst, warum.
Die extreme Rechte hat das Thema natürlich zentral gestellt.
Arbeitgeberverbände sind da eher zurückhaltend.
Es geht hier um Widersprüche von höchster Brisanz.
 
Wer dann sagt: "Ach du meine Güte ..." - hat angefangen ...
 
Es geht hier nicht um Gartenarbeit, sondern um das gesamte Leben.
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26.06.2009 | 09.28 Uhr | MALVE @Schreinemaker, lieber Freund, finde Dich wieder, hier passieren z.Zt. weder eine Revolution noch eine Verschwörung ...
Hier wird versucht, über ein Thema nachzudenken, welches die Menschen seit der aufkommenden Arbeitsteilung beschäftigt.
Warum das Thema im modernen Deutschland derart verdrängt wird, dass es beim Einzelnen zu offenen Psychosen führen kann, ist zumindest fraglich, wenn auch möglicherweise gewollt.
Da muss jeder zu seinen eigenen Erkenntnissen gelangen.
Der Begriff der Erwerbsarbeit, einfach und auch missbräuchlich Arbeit genannt, ist untrennbar mit Freiheit, Menschenwürde, Existenz und menschlicher Entwicklung verbunden.
Dieser hochaktuelle Begriff ist in der Massengesellschaft und gerade in Krisenzeiten hochgradig geeignet, die Gesellschaft zu manipulieren, darum wird gern ein Tabu im Interesse der Meinungshoheit verhängt.
Ansonsten beschäftigen sich mit dem Thema zahlreiche namhafte Wissenschaftler deren Erkenntnisse den Rahmen dieser Kommentare sprengen.
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26.06.2009 | 00.48 Uhr | escape Oh, ihr arbeitet ja schon ... ich ersticke gerade in Arbeit. ;-))

@MALVE
Siehste, an Odysseus hatte ich noch nicht gedacht ... aber an den Calvinismus, an "Im Schweiße deines Angesichts ..." und das daraus resultierende ?? "Mach dich mal nützlich!"

@Spiegel
Wovor sollte ich denn Angst haben?

Das Gegenteil von Arbeit ist für mich nicht Freizeit ... so ist das frei im Titel gemeint ... sondern Muße.

Das Thema beschäftigt mich schon lange ... unsere Zeit ist begrenzt, unsere Energien auch
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25.06.2009 | 21.51 Uhr | Spiegel Und wie, kreuzmaker!
 
Warum auch nicht?!
 
Gruß!
Spiegel
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25.06.2009 | 21.41 Uhr | Profil gelöscht Komisch, hier geht sowas ?
;-))
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25.06.2009 | 16.45 Uhr | Spiegel und zu "frei":
 
- er traf seine Entscheidung frei - unabhängig
- er deklamierte den langen Text vollkommen frei - ohne Hilfe
- er verblüffte durch die Äußerung seiner freien Ansichten
- ein Mädchen, das noch frei zu sein schien - ohne festen Partner
- dieser Platz ist frei - zur Verfügung stehen
- schmerz-frei - ungehindert
- der Rock ließ die Knie frei
- das Probeexemplar ist frei - gibt´s gratis
- frei und ledig
- frei ausgehen - unbestraft bleiben
- freie Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage bestimmen Absatz und Preis
- freie Träger - nichtstaatlich
- freie Welt - Demokratie
- freies Geleit - Sicherheit garantierende Begleitung
- vogel-"frei" - ohne Schutz
- Frei-zeit - Feierabend, Wochenende
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25.06.2009 | 16.01 Uhr | Spiegel (1)
- erst die Arbeit, dann das Vergnügen
- nach getaner Arbeit ist gut ruhen
-zur Zeit ist manchmal/öfter/oft kaum Arbeit auf dem angespannten Arbeismarkt zu finden
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25.06.2009 | 15.56 Uhr | Spiegel Was nun, escape? - Du schweigst (zunächst noch).
Staunst Du vielleicht schon, wie es der Vogel mit seinem Verstand wohl tut?
Oder bekommst Du es etwa mit der Angst zu tun? Jedenfalls dann, wenn MALVE erst (richtig) kratzt?
 
Ichlasse ihn kratzen, wenn er will und kann und schreibe noch ein paar Sätze mit "Arbeit" auf, die verschiedene Aspekte erhellen können.
- bei jemandem in Arbeit stehen - eine Stellung, einen Job haben
- ganze Arbeit leisten - etwas zur völligen Zufriedenheit tun
- nur halbe Arbeit machen - etwas unzureichend ausführen
- von seiner Hände Arbeit leben - für sich selbst aufkommen
- Arbeit schändet nicht - es ist ehrenvoll, seinen Verdienst zu erarbeiten
- wie die Arbeit, so der Lohn - wie jemand arbeitet, so fällt der Lohn aus
- wie die Bezahlung, so die Arbeit - wie jemand für seine Leistung bezahlt wird, so ist sein Einsatz
- wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein
- Arbeit ist des Lebens Würze
- Arbeit, Müßigkeit und Ruh schließt dem Arzt die Türe zu
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25.06.2009 | 12.16 Uhr | MALVE ... einen erheblichen Preis durch die Einschränkung der Persönlichkeit.
 
Hiernach ist es also völlig normal, wenn Escape sich nach dem „Rudern“ besonders ausgelaugt fühlt.
 
Berlin hat sich zum Rudern nicht geäußert, da er das wahrscheinlich nicht muss.
Ich bin mir aber sicher, dass auch Berlin gerudert ist.
Allerdings hat er vermutlich eine „Ersatzautorität“ namens Admin M. gefunden, die er aber nicht akzeptiert, muss er ja auch nicht ...
Erfreulich wäre ein Beitrag zur befreienden oder erschöpfenden Wirkung des „Ruderns“.
 
Zu Spiegel und MIR fehlt mir die Kraft. Tatsache ist, dass wir im staatskapitalistischen System der DDR auf dem Weg zum „Helden der Arbeit“ an unterschiedlichen Stellen stecken geblieben sind. Das Experiment der Vergesellschaftung der abstrakten Arbeit ist gescheitert, da große Teile der Mannschaft in das schöner wirkende Boot der kapitalistischen Produktion
umgestiegen sind. Nicht alle wurden mitgenommen.

Das Gesamtthema ist noch nicht einmal angekratzt ...
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25.06.2009 | 11.51 Uhr | MALVE Da ich nun wirklich kein Held bin, versuche ich den Einstieg über Horkheimer und Adorno und verlasse die Gegenwart in Richtung Odysseus und dessen Gefährten.
Im zwölften Gesang der Odyssee Homers ließ sich Odysseus von seinen Gefährten an den Mast seines Schiffes binden, um den lockenden Gesängen der Sirenen einerseits zu lauschen und andererseits nicht zu verfallen.
Den Gefährten, die Arbeit verrichtend, bleibt der Genuss des Gesanges verwehrt, welcher zugleich lustvoll, als auch das Selbst gefährdend ist.
Sie rudern mit verstopften Ohren ihren Herrn, der einen anderen Weg geht.
 
"Frisch und konzentriert müssen die Arbeitenden nach vorwärts blicken und liegen lassen, was zur Seite liegt. Den dunklen und naturhaften Trieb, der zur Ablenkung drängt, müssen sie verbissen mit zusätzlicher Anstrengung sublimieren."
 
Diese Anstrengung/ Verdrängung kostet Energie, auch psychische.
Die Kompensationsmuster sind wohl sehr unterschiedlich und haben z.T. einen erheblichen Preis durch die Einsc
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25.06.2009 | 11.13 Uhr | MALVE Eigentlich sind wir schon in der schönsten Diskussion –auch Berlins Beitrag ist eine Meinung zur Sache.
Arbeit und Freiheit, da war doch was ...
Schwer ist es, sich dem Thema mit zwei Rentnern zu näher.
Gut ist es dass es ein Ost und ein West-Rentner sind – nicht, um schon wieder zu polarisieren – sondern um mit völliger Wertfreiheit zunächst festzustellen – Beide sind unterschiedlich sozialisiert. Das bleibt nicht aus bei völlig unterschiedlichen und doch so ähnlichen Bezugssystemen zur Arbeit – einer wesentlichen Form der Erlangung des Lebensunterhaltes.
Mit der Instrumentalisierung des Begriffs der entfremdeten Arbeit (abstrakte Arbeit) wurde gerade in Deutschland Furchtbares angerichtet – nicht erst im letzten Jahrhundert – dort erfuhr das Unheil nur seine extremste Ausprägung.
Ich ergänze meine unten begonnene Liste der Marksteine mal mit Geld, Deutsche Nation, Luther, Rheinischer Kapitalismus, Hitler und dem „Helden der Arbeit“ aus der DDR.
 
Es gibt viel Arbeit mit der Arbeit.
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24.06.2009 | 10.57 Uhr | Profil gelöscht Kommentare | 1 bis 25 von 15856 Kommentieren
 
24.06.2009 | 10.53 Uhr | berlin
 
Also ich wette, den Stadtrat-Team kenne ich!

Die ernsthafte Frage lautet: Woher weiß der Stadtrat, wer abwertet? Geht das jetzt auch auf Zuruf?

Andererseits, das gefällt mir! Die üblen Typen müssen raus! Dazu gehören die Diskriminierer, die Mituser als "krank" bezeichnen. Außerdem die Denunzianten (wir sind gerade bei dem Thema), die andere hintenrum anzeigen. Und besonders ärgern mich Admin, die solche Machenschaften fördern und fordern!

Also auf zur nächsten Runde! Markus mit c ist wieder da!
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23.06.2009 | 16.53 Uhr | Spiegel (1)
Schön, wenn man sie gerne macht, Spaß daran hat und sich an Erfolgserlebnissen erfreuen kann. Selbstverständlich ist das nicht unbedingt. Umso größere Bedeutung bekommt die Freizeit. Aber ohne Arbeit fehlt dem Leben ein wesentlicher Teil seines Sinns.
 
Natürlich kann und muss man sogar Menschen mit Raub- und mit Herdentieren vergleichen, wenn man sich über das Frei-sein und Freiheit Gedanken macht.
Aber ob dann der Vogel in der Voliere eines Tiergartens und in solchen Alter das richtige Gegenüber ist, könnte man bezweifeln. Jedenfalls ist menschliche Arbeit nicht dasselbe wie Beutemachen und die menschliche Gesellschaft (hoffentlich!) immer etwas mehr als eine große Schafherde.
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23.06.2009 | 16.50 Uhr | Spiegel Endlich frei...? - Weil Dienst und Heimfahrt an diesem Tag hinter Dir liegen, die häuslichen Verpflichtungen soweit erledigt sind und Du die Freizeit jetzt mal nach Belieben nutzen kannst, indem Du Dich aufs Fahrrad setzt, wieder mal den Tiergarten besuchst, Dir ungestört Gedanken machen kannst, Gespräche führst, zum Bloggen kommst oder lieber erst ein Schläfchen einschiebst, bevor die nächsten Pflichten rufen und es dann irgendwann schon höchste Zeit zum Schlafen ist, weil es auch am nächsten Tag früher oder später soweit ist, wieder zum Dienst aufzubrechen, escape?
 
Ja, Arbeit körperlicher oder geistiger Art ist mit Anstrenmgung, Einschränkung, Ein- und Unterordnung verbunden. Das ändert sich kaum wesentlich, ob man beschäftigt, angestellt, beamtet oder selbständig tätig ist. (Zu) großer Reichtum ist vielleicht ein besonderes Kapitel. Das Wichtgste ist wohl, dass man als erwachsener Mensch während der Zeit der Berufsrätigkeit jederzeit eine Arbeit hat, die genügend einbringt. (1)
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23.06.2009 | 13.51 Uhr | MALVE Escape, meine Liebe, Du sprichst da in Deiner Freizeit mit eigenartigen Vögeln;
Man könnte glauben, jemand im Antlitz des Ziegenbocks hätte zu Dir gesprochen.
Hat Dich das Tier genötigt, den heiligen Gral der "abstrakten Arbeit" anzutasten, die, ohne Zweifel, unfrei ist und darüber hinaus in der Gegenwart noch immer weniger wird.
Im Ergebnis entsteht nicht etwa Freizeit, sondern Armut u. Ausgrenzung.
Um das Thema zu erörtern, müsste man eigentlich bei der Bibel anfangen; den Calvinismus besonders beachten, die Erfindung der Handfeuerwaffe und der Gasbeleuchtung, die Aufklärung und den bösen Marx studieren, um die entfesselte Maschinerie der Warenwertgesellschaft zu beleuchten.
Heraus kommt man bei Veröffentlichungen zur Postmoderne und bei unterschiedlichen Interpretationen der gegenwärtigen Krise dieser Maschinerie, die gegen demokratische Regularien vollständig resistent ist.
 
Die weitere Beantwortung der Fragen ist abhängig von der Sozialisierung und erfolgt auf eigene Gefahr ...
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