Moses Mendelssohn
Büste Mendelssohns in Dessau
Moses Mendelssohn wurde am 6.9. 1729 in Dessau geboren.
 
"Er war der Sohn des jüdischen Küsters und Gemeindeschreibers Menachem Chaim, jiddisch Mendel Heymann, über dessen Herkunft man nichts weiter weiß, als dass er nach Dessau zugewandert war, und der aus einer alten jüdischen Familie stammenden Rachel Sara Wahl, zu deren Vorfahren bedeutende Persönlichkeiten der polnisch-jüdischen Geschichte gehören." (Wikipedia)
 
Mendelssohn wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, wurde aber trotzdem sorgfältig ausgebildet und zeigte früh eine große Begabung. Er sprach Jiddisch, lernte aber noch als Kind Hebräisch und Aramäisch. Mit dem Studium des Talmud soll er bereits mit 10 Jahren begonnen haben.
 
"Um 1739 wechselte er in die Klasse des Dessauer Oberrabbiners David Fränkel (1707–1762), eines bahnbrechenden Gelehrten, der nach fast 200 Jahren eine Neuausgabe des „Führers der Unschlüssigen“, eines Hauptwerks des bedeutenden jüdischen Philosophen Moses Maimonides (1138–1204), unternommen hatte. Mendelssohn arbeitete das anspruchsvolle zweibändige hebräische Werk gleich nach dessen Erscheinen, 1742, durch."
 
1743 verließ Moses Dessau, um seinem Lehrer Fränkel nach Frankfurt (Oder) und dann nach Berlin zu folgen, wo er die erst 1743 gegründete Talmudschule besuchte. Abschreibaufträge des Rabbi hielten ihn über Wasser.
 
"Mit Hilfe älterer, weltlich gebildeter Schüler eignete sich Mendelssohn in diesen Jahren, neben seinen Talmudstudien, Deutsch und später Latein, Französisch und Englisch sowie weiteres weltliches Wissen an. Er zeigte früh eine Neigung zur Philosophie; den englischen Frühaufklärer John Locke studierte er zunächst auf Lateinisch mit Hilfe eines Wörterbuchs."
 
Den sieben Jahren als Bettelstudent folgten ab 1750 Hauslehrertätigkeit, ab 1754 Anstellung als Buchhalter, Geschäftsführer und schließlich Teilhaber der Seidenfabrik eines jüdischen Händlers.
 
In dieser Zeit lernte er den gleichaltrigen Gotthold Ephraim Lessing kennen, mit dem er Schach spielt und philosophische Themen diskutiert. Lessing war es auch, der ihm zur Veröffentlichung seiner 1. deutschen Schrift, den „Philosophischen Gesprächen“ verhalf und vermittelte, dass er zum Mitarbeiter für die einflussreiche Zeitschrift „Briefe, die Neueste Litteratur betreffend“ werden konnte, wodurch Mendelssohn zu einem der einflussreichsten Literaturkritiker der damals neu entstehenden deutschen Literatur wurde.
 
1762 heiratete Mendelssohn Fromet Gugenheim, mit der er zehn Kinder hatte, von denen sechs überlebten.
 
1763 gewann Mendelssohn, ... mit einem philosophischen Aufsatz den ersten Preis der „Königlichen Academie“ ... und wurde damit zu einem allgemein anerkannten Denker."
 
Als Mendelssohn 1770 von dem Schweizer Pfarrer Johann Caspar Lavater öffentlich aufgefordert wurde, entweder das Christentum zu widerlegen oder selber Christ zu werden, kam es zu öffentlichen Auseinandersetzungen, die Mendelssohn wahrscheinlich überanstrengten und 1771 zu einem Zusammenbruch führten.
 
Zur selben Zeit scheiterte die vorgeschlagene Aufnahme Mendelssohns in die Preußische Akademie der Wissenschaften am Widerstand Friedrichs II.
 
Während Mendelssohn weitere philosophische Tätigkeit zeitweise nicht möglich war, übersetzte er Teile der hebräischen Bibel ins Deutsche. Er bemühte sich auch, die Lage der jüdischen Minderheit in Europa zu verbessern. Im sogenannten Pantheismusstreit setzte er sich sehr für Lessing ein, dem indirekt Atheismus vorgewurfen wurde.
 
Moses Mendelssohn starb am 4. Januar 1786 in Berlin. Noch zu Lebzeiten hatte ihm Lessing 1779 in "Nathan der Weise" ein bleibendes Denkmal gesetzt.
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