Kritiker Helmut Gote schaut für den Kölner Stadt-Anzeiger den Restaurants der Region genauer auf den Teller - vergibt dabei aber keine Noten und Sterne.
Gesamtnote









Essen









Getränke









Bedienung









Ambiente









Sauberkeit









Preis / Leistung









Vogelherd
Gesamtnote









Essen









Getränke









Bedienung









Ambiente









Sauberkeit









Preis / Leistung









Bewertungen 1

Reservierung ratsam

mit Außengastronomie
19.02.2009 | groucho | Bewertungsdetails
Bei der Tischreservierung wurde darauf hingewiesen, dass an diesem Tag nur
ein einziges, drei auf fünf Gänge aufstockbares, Menu angeboten werde. Nach genauer Überlegung ein Glückstag weil die Küchencrew Gelegenheit hat, sich auf nur fünf Gerichte konzentrieren zu müssen. Unsere Erwartungen waren also am gegebenen Tag deshalb vielleicht höher gesteckt. Unser Gaumenerlebnis begann mit einem Johannisbeerlikör, der durch einen Prosecco zum "Kir" aufgewertet wurde- hier stimmte das Mischungsverhältnis exakt. Das zusätzliche amuse-gueule wurde als mit Spinat gefüllte, hauchdünne Nudelteigtasche -zum Valentinstag passend- in Herzform serviert. Nette Geste, aber geschmacklich zu fade. Die Weinkarte offenbart preislich ehrliche, eher niedrige Kalkulationswerte, ist aber deshalb wohl auch im Niveau begrenzt, außergewöhnliche Weine und Weingüter sucht man vergebens. Das Angebot bezieht sich überwiegend auf Deutschland. Frankreich oder Italien finden auf der Karte so gut wie keinen Platz. So stellte sich eine trockene Riesling-Spätlese vom Weingut Weil als passender Begleiter für die folgenden Gänge dar. Der erste Gang bestand aus einem Gemüse von grünen Linsen mit gebratener Gänseleber und Wachtelschenkel. Perfekt gebraten, die Linsen bissfest, aber nicht zu kernig, ich selbst hätte sie durch ein wenig Rotweinessig oder Soja aufgepeppt. Das anschließende Süppchen einer Tomatenessenz war schlichtweg so salzig geraten, dass der Geschmack der Tomaten nicht mehr erkennbar war. Das dazu gereichte Concassée aus Tomaten und Büffelmozarella im Blätterteigtörtchen hat zwar das Süppchen gerettet, es war aber leider nur ein klitzekleines Törtchen. Zum dritten Gang wurde offensichtlich ein hauseigenes Hühnchen namens Lieschen zur Grundlage für ein Frikassee auf Reis. Das Fleisch war sauber selektiert (ohne Haut, Fett und Knochen), geschmacklich hervorragend und tadellos gegart. Leider wurden die Kapern zu verhalten beigefügt, auf eine säuerliche Note wurde gänzlich verzichtet. Den zwar korrekt zubereiteten Reis hätte ein wenig Wildreis oder bessere Qualität aufwerten können. Zum Hauptgang wurde zweierlei Fisch (Lachs- und Zanderfilet) raffiniert in zwei Strudelteigebenen mit Parmesan übergebacken und auf einem Sahne-Lauch-Gemüse serviert. Geschmacklich auch hier eigentlich nichts zu beanstanden außer dem fehlenden "besonderen Kick". Vollkommen überzeugen konnte allerdings das Dessert. Eine helle Mousse mit Veilchenaroma wurde geschickt in einen Baumkuchenrand gefüllt und zusammen mit einer Vanillesauce, die ihr Aroma aus der Schote erhielt, und dem schon im Gault Millau gelobten Roseneis serviert, dessen Geschmack mich nicht nur wieder an den Valentinstag erinnerte, sondern auch die Vorfreude auf Frühling, Garten und Sommer weckte. Auch hier wie in den meisten von mir besuchten Restaurants- hatte der abschließende Espresso bei Eintreffen auf dem Tisch seinen "Geist" (Hitze und Crema) verloren, sein "Herz" (Bohne und Röstung) war aber von guter Herkunft. Die Angebotsverhältnisse der Weinkarte kehren sich in der Digestif-Bar um, als hätte sich nicht schon herum gesprochen, dass auch deutsche Winzer gute und bessere Alternativen zu Grappa, Cognac, Armagnac & Co. anbieten. Fazit: Der Vogelherd ist ein empfehlenswertes Restaurant mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei mehr Mut zum Experiment mit Kräutern, Gewürzen etc. könnte sich der Eindruck von "sehr guter Hausmannskost" zu "raffinierte Küche" leicht verändern lassen. Man muss nicht unbedingt die besten Chateaus im Keller bereithalten, aber die Anzahl aus Frankreich, Italien und Spanien sollte sich schon der aus Deutschland annähern. Das Ambiente könnte im Innenbereich "stimmiger" gestaltet werden.
Bei der Tischreservierung wurde darauf hingewiesen, dass an diesem Tag nurein einziges, drei auf fünf Gänge aufstockbares, Menu angeboten werde. Nach genauer Überlegung ein Glückstag weil die Küchencrew Gelegenheit hat, sich auf nur fünf Gerichte konzentrieren zu müssen. Unsere Erwartungen waren also am gegebenen Tag deshalb vielleicht höher gesteckt. Unser Gaumenerlebnis begann mit einem Johannisbeerlikör, der durch einen Prosecco zum "Kir" aufgewertet wurde- hier stimmte das Mischungsverhältnis exakt. Das zusätzliche amuse-gueule wurde als mit Spinat gefüllte, hauchdünne Nudelteigtasche -zum Valentinstag passend- in Herzform serviert. Nette Geste, aber geschmacklich zu fade. Die Weinkarte offenbart preislich ehrliche, eher niedrige Kalkulationswerte, ist aber deshalb wohl auch im Niveau begrenzt, außergewöhnliche Weine und Weingüter sucht man vergebens. Das Angebot bezieht sich überwiegend auf Deutschland. Frankreich oder Italien finden auf der Karte so gut wie keinen Platz. So stellte sich eine trockene Riesling-Spätlese vom Weingut Weil als passender Begleiter für die folgenden Gänge dar. Der erste Gang bestand aus einem Gemüse von grünen Linsen mit gebratener Gänseleber und Wachtelschenkel. Perfekt gebraten, die Linsen bissfest, aber nicht zu kernig, ich selbst hätte sie durch ein wenig Rotweinessig oder Soja aufgepeppt. Das anschließende Süppchen einer Tomatenessenz war schlichtweg so salzig geraten, dass der Geschmack der Tomaten nicht mehr erkennbar war. Das dazu gereichte Concassée aus Tomaten und Büffelmozarella im Blätterteigtörtchen hat zwar das Süppchen gerettet, es war aber leider nur ein klitzekleines Törtchen. Zum dritten Gang wurde offensichtlich ein hauseigenes Hühnchen namens Lieschen zur Grundlage für ein Frikassee auf Reis. Das Fleisch war sauber selektiert (ohne Haut, Fett und Knochen), geschmacklich hervorragend und tadellos gegart. Leider wurden die Kapern zu verhalten beigefügt, auf eine säuerliche Note wurde gänzlich verzichtet. Den zwar korrekt zubereiteten Reis hätte ein wenig Wildreis oder bessere Qualität aufwerten können. Zum Hauptgang wurde zweierlei Fisch (Lachs- und Zanderfilet) raffiniert in zwei Strudelteigebenen mit Parmesan übergebacken und auf einem Sahne-Lauch-Gemüse serviert. Geschmacklich auch hier eigentlich nichts zu beanstanden außer dem fehlenden "besonderen Kick". Vollkommen überzeugen konnte allerdings das Dessert. Eine helle Mousse mit Veilchenaroma wurde geschickt in einen Baumkuchenrand gefüllt und zusammen mit einer Vanillesauce, die ihr Aroma aus der Schote erhielt, und dem schon im Gault Millau gelobten Roseneis serviert, dessen Geschmack mich nicht nur wieder an den Valentinstag erinnerte, sondern auch die Vorfreude auf Frühling, Garten und Sommer weckte. Auch hier wie in den meisten von mir besuchten Restaurants- hatte der abschließende Espresso bei Eintreffen auf dem Tisch seinen "Geist" (Hitze und Crema) verloren, sein "Herz" (Bohne und Röstung) war aber von guter Herkunft. Die Angebotsverhältnisse der Weinkarte kehren sich in der Digestif-Bar um, als hätte sich nicht schon herum gesprochen, dass auch deutsche Winzer gute und bessere Alternativen zu Grappa, Cognac, Armagnac & Co. anbieten. Fazit: Der Vogelherd ist ein empfehlenswertes Restaurant mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei mehr Mut zum Experiment mit Kräutern, Gewürzen etc. könnte sich der Eindruck von "sehr guter Hausmannskost" zu "raffinierte Küche" leicht verändern lassen. Man muss nicht unbedingt die besten Chateaus im Keller bereithalten, aber die Anzahl aus Frankreich, Italien und Spanien sollte sich schon der aus Deutschland annähern. Das Ambiente könnte im Innenbereich "stimmiger" gestaltet werden.









